Dreikönigstreffen 2026 mit Karl-Josef Laumann

Aufgeregt schwirrten die Sternsinger und die Dreikönigssinger nach ihrem großen Auftritt durch das Foyer des Hauses der Kultur und Bildung in Neubrandenburg. Gerade erst hatten sie beim Benefizabend des Dreikönigsvereins am 6. Januar 530 Gäste mit ihrem Gesang begeistert. Die Sternsinger und die Mädchen und Jungen der Evangelischen Schule St. Marien begleiteten den Verein den gesamten Nachmittag: Sie segneten das Dreikönigshospiz und begleiteten die Spendenübergabe im Marktplatz-Center.

Trotz aller wirtschaftlichen Probleme von Firmen und Bürgern konnte der Vereinsvorsitzende Matthias Crone erneut eine respektable Spendensumme von 60.000 Euro verkünden, die als Eigenbeitrag in die Finanzierung des Dreikönigshospizes eingebracht wird. 

Es sei eine Freude, sagte er in seiner Begrüßung, dass sich so viele Menschen versammelten, „die mit weitem Herzen durch unermüdliche freiwillige Mitarbeit und großzügige Spenden vor allem die Möglichkeiten der ambulanten und stationären Hospizarbeit verbessert haben.“

Die Spendensumme wurde noch am Abend aufgestockt: Nach ihrem Grußwort übergab Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) der Geschäftsführerin des Hospizes, Beate Gogacz, symbolisch 1000 Euro, das Ergebnis einer Sammelaktion der Mitarbeiter der Staatskanzlei Ende 2025 zugunsten der Hospize in Schwerin und Neubrandenburg.

Manuela Schwesig erinnerte an den 2024 überraschend verstorbenen Spiritus rector des Vereins, Rainer Prachtl, der große Fußspuren hinterlassen habe. Auch Neubrandenburgs OB Nico Klose würdigte den Vereinsgründer. Klose gab bekannt, dass im März ein „Rainer-Prachtl- Weg“ in der Vier-Tore-Stadt eingeweiht werde.

Als Festredner war Karl-Josef Laumann eingeladen: ein Urgestein der CDU, einer der wichtigsten Sozialpolitiker der Union, seit 2017 Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen.

Der 68-Jährige rückte die christliche Soziallehre als zentralen Wertekanon unseres Zusammenlebens in den Mittelpunkt. Laumann vermied die politische Attacke weitgehend, ohne zu verbergen, dass er für eine tolerante Gesellschaft stehe. Vor dem Hintergrund des Streits um die Migrationspolitik erinnerte er daran, dass in NRW „keine Klinik funktionieren würde ohne Menschen, die nicht in NRW geboren sind.“

Der Abend wurde traditionell festlich umrahmt vom Jugend-Sinfonie-Orchester der Kreismusikschule Kon.centus.

 

Zwei Neubrandenburger Schülerinnen mit Dreikönigspreis ausgezeichnet

Charlyne Fredrich und Carolin Bauer sind stellvertretend für die Mitglieder der Jugend AG Neubrandenburg mit dem Dreikönigspreis ausgezeichnet worden. Die jungen Frauen, beide 19 Jahre alt, engagierten sich gemeinsam mit weiteren Jugendlichen im besonderen Maße für die Entwicklung neuer Beteiligungsformate, um junge Leute in kommunale Entscheidungsprozesse in der Stadt Neubrandenburg einzubinden. „Unserer Meinung nach ist Teilhabe ein wesentliches Merkmal einer freiheitlich demokratischen Ordnung, weshalb die Jury einstimmig für die Preisträgerinnen votierte. Das Engagement der Geehrten erfüllt in besonderem Maße das Anliegen der Stifter des Dreikönigspreises“, erklärte Holger Mieth, Lehrer an der Evangelischen Schule Neubrandenburg (EVA).

Charlyne Fredrich und Carolin Bauer haben im Sommer 2025 die Schule abgeschlossen. Zum Zeitpunkt der Antragstellung waren sie Schülerinnen der IGS "Vier Tore". Der Preis wurde im Rahmen des Weihnachtskonzertes der EVA im Beisein von Matthias Crone, Vorsitzender des Dreikönigsvereins Neubrandenburg, in der vollbesetzten Kirche St. Johannis übergeben.

Die beiden Preisträgerinnen waren aktiv in der Jugend AG Neubrandenburg tätig, die aus engagierten Kindern und Jugendlichen weiterführender Schulen der Stadt besteht. „Das Engagement der jungen Leute ist ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Demokratie und zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Neubrandenburg. Durch das Engagement werden neue Beteiligungsformate entwickelt, Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik gestärkt, was die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen fördert, um Neubrandenburg auch für diese Generation zu einem lebens- und liebenswerten Ort zu machen“, zitierte Holger Mieth bei der Verleihung aus der Entscheidung der Jury.

Matthias Crone würdigte in seiner Ansprache den Einsatz der jungen Preisträgerinnen. Sie hätten die Haltung gezeigt, die schon im Alten Testament der Bibel empfohlen werde: „Suchet der Stadt Bestes, denn wenn es ihr wohl geht, dann geht’s euch auch wohl.“ Freiheitliche Demokratie könne nur gelingen durch den freiwilligen Einsatz demokratischer Bürger.

Der Preis ist vor elf Jahren gemeinsam vom Neubrandenburger Dreikönigsverein und der Evangelischen Schule gestiftet worden. Nach einer Corona-Pause ist er in diesem Jahr zum achten Mal vergeben worden. Der Dreikönigspreis ist mit einer Einmalzahlung von 500 Euro verbunden.

Siemerling-Preis an Stefan Baerens verliehen

Stefan Baerens hat in seiner Dankesrede für den Siemerling-Sozialpreis die Gunst der Stunde genutzt und auf die Situation vieler Kinder und Jugendlicher hingewiesen. Der Leiter des Schullandheimes Dreilützow südwestlich von Schwerin macht sich große Sorgen um die jungen Menschen, für die es „gefühlt jedes Jahr mehr Kraft“ brauche, wie er am Montagabend bei der Preisverleihung sagte. Die knapp fünf Kilometer Wanderung nach Wittenburg habe noch vor einigen Jahren fast jedes Kind locker geschafft.

„Heute grenzt diese Wanderung für die meisten an Extremsport.“ Die Leichtigkeit sei bei den meisten Kindern verloren gegangen. „Viele ziehen sich in die eigenen vier Wände zurück. Sogar hier wollen manche Kinder lieber im Zimmer bleiben, als draußen zu spielen“, berichtete Baerens. Schließlich seien immer mehr Sonderwünsche der Eltern, beispielsweise beim Essen für die Kinder, zu berücksichtigen.

Stefan Baerens muss es wissen. Das Schullandheim Dreilützow ist das größte in Mecklenburg-Vorpommern. Es verzeichnet jedes Jahr etwa 10.000 Gäste und rund 25.000 Übernachtungen. Baerens und sein Team hätten Dreilützow zu einem Ort gemacht, „der für ganz Vieles steht, auch für viele kleine Verwandlungen der Welt. Für soziales Miteinander, für Selbstertüchtigung, für Ökologie, für gute Nachbarschaft auf dem Land, für Begegnungen in und mit der Kirche“, sagte Matthias Crone, der Vorsitzende der Neubrandenburger Dreikönigsstiftung.

Normalerweise wird die Zeremonie der Preisverleihung in der Viertorestadt gefeiert. Dieses Mal machten sich knapp 20 Mitglieder des Dreikönigsvereins mit dem Bus auf die lange Reise, die sich aber gelohnt hat. Um Baerens' vielfältiges Wirken zu erfassen, muss man das Schullandheim und sein weitläufiges Areal gesehen und erlebt haben.

Es gab auch eine weitere Premiere: Erstmal sprach die Partnerin eines mit dem Siemerling-Preis Ausgezeichneten offizielle Dankesworte. „Ich glaube, Dir werden die Ideen nie ausgehen“, sagte Pia Baerens, die oft die „erste Kritikerin“ ist, wenn ihr Mann wieder einmal neue Fantasien in die Tat umsetzen will.

Der Erzbischof von Hamburg, Dr. Stefan Heße, würdigte Baerens in seiner warmherzigen Laudatio. Er sei kein Verwalter des Schlosses, sondern „ein Türöffner für junge Menschen, für Ideen, für Mitmenschlichkeit“.

Quelle: Nordkurier vom 03.07.2025

Andacht

An jedem 2. Mittwoch im Monat wurde bis 2020 eine Andacht in der Dreikönigskapelle des Dreikönigshospizes, Lindenstraße 12 in Neubrandenburg gehalten. Die Tradition dieser Andachten wird zu bestimmten Anlässen fortgeführt. 

Eingeladen sind Besucher des Hospizes, die Verwandte und Freunde begleitet haben, außerdem alle Kranken und Trauernden sowie die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des stationären und ambulanten Hospizes. Ebenso herzlich sind alle eingeladen, die zum Gebet und Erinnern kommen möchten. Die erste Andacht in der neuen Kapelle wurde vom Vorsitzenden des Dreikönigsvereins am 9. Oktober 2013 geleitet. Weitere Personen des öffentlichen Lebens und auch Vereinsmitglieder haben sich für diese Aufgabe zur Verfügung gestellt.