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Jugendarbeit
Israel-Reisegruppe 2017

Israel-Reisegruppe - Oktober 2017

Foto: privat

„Shalom!“ – „Frieden!“: In Israel Gruß und Wunsch.

Beeindruckt von Kultur und Geschichte des Heiligen Landes

Schon von 1992 bis 1999 reisten jährlich Jugendgruppen aus dem nord- östlichen Bundesland nach Israel. Sie lernten Land und Leute sowie die besonderen Probleme des Nahen Ostens kennen und wurden dabei auch immer wieder mit den Schatten der Vergangenheit konfrontiert. Sie entdeckten das Land und fanden dabei auch Zugang zum modernen Israel und seinen Problemen. Diese Reisen der deutschen Jugendlichen zielten auf die Verringerung eines großen Defizits, das durch jahr- zehntelange Indoktrination in der DDR-Zeit mit ihrer einseitigen Anti- faschismus-Ideologie entstanden war. Viele von den Jugendlichen kehr- ten mit einer Botschaft in ihre Heimat zurück, deren Ausbreitung lange Zeit, vielleicht sogar eine ganze Lebenszeit, in Anspruch nimmt.

Die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten hatte zur Unter- brechung dieser Kontakte geführt. Im Herbst 2011 setzte der Dreikö- nigsverein nach dreijähriger Pause seine traditionellen Jugendfahrten nach Israel fort.

In den Herbstferien 2017 hatten wieder Jugendliche aus Neubranden- burg und der Region die Möglichkeit, Israel, das „Heilige Land“, zu erkunden. Ermöglicht wurde die Reise erneut vom Dreikönigsverein, der den einwöchigen Israelbesuch schon seit vielen Jahren unterstützt und auch zu zwei Drittel finanziert hat.

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Tel Aviv - An- und Abreiseort

Foto: S. Pätzold

Für 25 Jugendliche wurde gemeinsam mit ihren drei Betreuern Peter Lücking, Bruder Gabriel und Petra Arfert die vom Dreikönigsverein vorbereitete Jugendbildungsreise vom 22. - 29. Oktober 2017 nach Israel ein Erlebnis, welches alle Teilnehmer tief beeindruckt hat und mit Sicherheit ihr Verständnis für die Notwendigkeit eines friedlichen Zusammenlebens der Menschen aller Nationen und Glaubensbekennt- nisse  erweitern und bereichern wird.

Sehr beeindruckt waren wir von der Freundlichkeit und dem Ent- gegenkommen sowie der Bewirtung unserer Gastgeber in unseren Standquartieren, der Herberge Kare Deshe am See Genezareth und dem Österreichischen Hospiz in Jerusalem sowie an allen Orten, an denen wir schöne Gespräche mit ihnen führen konnten.

Mit Frohsinn und viel gemeinsamen Gesang hatten wir die Freude von unserem israelischen Reiseleiter Guido Gershon durch das Land geführt zu werden und es erklärt zu bekommen. Dabei standen die Entwicklung der Architektur, der Kunst und der unterschiedlichen Glaubensrichtungen von deren Anfängen bis zur Gegenwart im Vordergrund. Wir konnten die für uns bisher unbekannte Schönheit des Landes bei Busreisen und Wanderungen genießen.

So führte unsere Reise von Tel Aviv unter anderem zu den Golanhöhen, ins Jordantal und zum See Genezareth.

See Genezareth klein

Wanderung am See Genezareth

Foto: privat

Am dritten Tag ging es weiter nach Nazareth, Tiberias und zum Berg Tabor. Sehr lehrreich wurden uns die geschichtlichen Hintergründe der Entwicklung dieser Reiseziele vermittelt. Das war für uns eine Vertiefung und Erweiterung unseres bisherigen Wissens.

Am 25. Oktober fuhren wir zur Küste des Mittelmeeres und nach Haifa, einer Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt und bekannt durch seine  hängenden Gärten ist.

Haifa-Hängende Gärten UNESCO

Haifa-Hängende Gärten UNESCO-Weltkulturerbe

Foto: privat

Nach Frühstück und Gepäckverladung ging es am 5. Israelbesuchstag zur Judäischen Wüste, zur Festung Massada und zur Taufstelle am Jordan. Nach einem “obligatorischen” Bad im Toten Meer fuhren wir nach Jerusalem und haben dort in der Altstadt im Österreichischen Hospiz übernachtet.

Besonders beeindruckt waren wir am Tag darauf von „Yad Vashem“, einer Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert. Yad Vashem war beeindruckend und erschreckend zugleich. Wir jungen Menschen haben viele neue Dinge des Holocausts gesehen und gelernt.

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In der „Halle der Namen“, werden die Namen und persönlichen Daten der jüdischen Opfer des nationalsozialistischen Massenmordes gesammelt

Foto: B. Lasdin

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Im "Tal der verlorenen Gemeinden", das zur Gedenkstätte gehört, sind die Namen aller jüdischen Gemeinden mit mehr als 300 Mitgliedern in Stein gehauen, die während des Holocaust ganz oder teilweise ausgelöscht wurden. Dort ist zu sehen, dass vor 1933 auch in Neubrandenburg eine jüdische Gemeinde existiert hat.

Foto: J. Albrecht

Abreisetag: Die Besichtigung der Klagemauer in Jerusalem, einer heiligen Stätte des Judentums, werden die Jugendlichen nicht vergessen. „Es gibt Menschen mit einem Herz aus Stein, und es gibt Steine mit einem menschlichen Herz, so wie die Klagemauer“, sagte Reiseleiter Gershon schon 2011 Jugendlichen über die Mauer.

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Israel2011 _Klagemauer

Das Erlebnis Klagemauer

Foto: J. Albrecht

Ich glaube, wir alle hatten eine ganz bestimmte Vorstellung davon, wie diese Reise verlaufen würde. Egal, wie die aussah, die Realität war komplett anders. Immer, wenn ich gefragt wurde: „Na wie war es?“ oder „Was fandest du am besten?“ war ich komplett mit der Frage überfordert. Innerhalb von einer Woche haben wir in Israel so viel erlebt wie noch nie zuvor, sodass ich nicht einmal mehr alles davon aufzählen könnte.

Dieses Land hat einen ganz besonderen Charme, den man Leuten, die nicht schon einmal Israel erlebt haben, nur schwer erklären kann. Israel ist ein Land voller Geschichte, Geheimnisse und Spuren Jesu. Während der ganzen Reise begleitete mich ein Gefühl von unglaublicher Leichtigkeit. 3000 km von Zuhause entfernt, bekommt man eine komplett andere Sicht, andere Denkweisen entwickeln sich. Alles erscheint einem so relativ, und man hinterfragt die wirklich wichtigen Dinge im Leben, wenn man an der Klagemauer sieht, wie eine Frau vor seelischem Schmerz zusammenbricht oder Juden dort tief im Gebet versunken bitterlich weinen, wenn man weiß, hier hat Jesus gelebt, hier hat er seine Wunder vollbracht. Aber es gibt auch noch eine andere Seite Israels, die Seite, wo man im Toten Meer liegt und über einem Kampfjets fliegen, wo das Militär ständig präsent ist, die, bei der man aus der herrlichsten Natur auf Syrien, ein Kriegsgebiet, blicken kann, ein Land über das derzeit die ganze Welt redet.

All diese Dinge haben wir erlebt: 25 Jugendliche zusammen mit ihren drei Betreuern, ohne die diese Reise gar nicht möglich gewesen wäre. Mir ist immer noch ein Rätsel, wie in so kurzer Zeit eine solche Gruppe so stark zusammenwachsen konnte. Egal, ob man jemanden im Kindergarten oder erst vor einem Tag kennen-gelernt hat, jeder von uns fühlte sich in der Gruppe unglaublich vertraut.

Wir alle kamen nicht als die gleichen Personen zurück als die, die wir nach Israel geflogen sind. Wir danken dem Dreikönigsverein für dieses einmalige Erlebnis. Danke, dass Sie uns diese Reise ermöglicht haben. Danke, dass dank Ihnen jetzt aus Fremden Freunde geworden sind.

 Hannah U.

Als Abschluss dieser Seite noch ein Foto, das uns als Norddeutsche überrascht hatte: In der Pater Noster Kirche auf dem Ölberg bei Jerusalem haben wir ein Vater unser in der plattdeutschen Sprache entdeckt!

Vater unser-plattdeutsch

Der Vorsitzende des Dreikönigsvereins Rainer Prachtl: „Gerade wegen der anhaltenden Extremismus-Debatte wollten wir die Tradition weiterhin mit Leben erfüllen, zumal eine umfassende Völkerverständi- gung vor allem mit Israel in der Satzung unseres überkonfessionellen Vereins festgeschrieben ist. Sich den bedrückenden Wahrheiten unserer Geschichte zu stellen ist unverzichtbar.”

letzte Aktualisierung dieser Seite von Rudolf Klemke am 05.12.2017

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