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Jugendarbeit
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Israel-Reisegruppe - Oktober 2015 in Jerusalem

Foto: privat

nach Textvorlage von Philipp Borchert

„Shalom!“ – „Frieden!“: In Israel nicht nur Gruß, sondern Wunsch.

Beeindruckt von Kultur und Geschichte des Heiligen Landes

Schon von 1992 bis 1999 reisten jährlich Jugendgruppen aus dem nord- östlichen Bundesland nach Israel. Sie lernten Land und Leute sowie die besonderen Probleme des Nahen Ostens kennen und wurden dabei auch immer wieder mit den Schatten der Vergangenheit konfrontiert. Sie entdeckten das Land und fanden dabei auch Zugang zum modernen Israel und seinen Problemen. Diese Reisen der deutschen Jugendlichen zielten auf die Verringerung eines großen Defizits, das durch jahr- zehntelange Indoktrination in der DDR-Zeit mit ihrer einseitigen Anti- faschismus-Ideologie entstanden war. Viele von den Jugendlichen kehr- ten mit einer Botschaft in ihre Heimat zurück, deren Ausbreitung lange Zeit, vielleicht sogar eine ganze Lebenszeit, in Anspruch nimmt.

Die angespannte Sicherheitslage im Nahen Osten hatte zur Unter- brechung dieser Kontakte geführt. Im Herbst 2011 setzte der Dreikö- nigsverein nach dreijähriger Pause seine traditionellen Jugendfahrten nach Israel fort.

In den Herbstferien 2015 hatten wieder 24 Jugendliche aus Neubran- denburg und der Region die Möglichkeit, Israel, das „Heilige Land“, zu erkunden. Ermöglicht wurde die Reise erneut vom Dreikönigsverein, der den einwöchigen Israelbesuch schon seit vielen Jahren unterstützt und auch zu zwei Drittel finanziert hat.

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Tel Aviv - An- und Abreiseort

Foto: S. Pätzold

Im “Gelobten Land” begrüßten uns nicht nur 30°, sondern auch tolle Landschaften und aufgeschlossene gastfreundliche Menschen. Gerade uns als Deutsche begrüßte man immer sehr herzlich, was, wie man sich auf Grund unserer Geschichte denken kann, nicht selbstverständlich für uns war.

Mit unserem Guide Gershon reisten wir eine Woche kreuz und quer im Land Israel umher. Wir waren in Tel Aviv, in Karadeshe, Nazareth, Je- rusalem und Bethlehem. Wir stellten uns auch als eine sehr wasseraffine Gruppe heraus und fuhren zum See Genezareth, dem Jordan, dem Toten Meer und zum Abschluss auch noch ans Mittelmeer.

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Die Jugendgruppe am Verkündigungsbrunnen in Nazareth

Foto: privat

Wir besuchten viele heilige und biblische Stätten und sind so dem Wirken von Jesus von Nazareth sehr Nahe gekommen. Es ist schon sehr eindrucksvoll, wenn man sich bewusst ist, genau an den Orten zu stehen, an denen Jesus vor 2000 Jahren gestanden hat. Generell kamen einem viele biblische Geschichten viel näher, viel greifbarer vor.

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Die Jugendgruppe am Jordan

Foto: privat

Und auch die von uns, die dem Glauben nicht so nahe standen, merkten, dass er nicht nur aus strengem Beten und Ritualen besteht, sondern einfach das für einen ist, was man gerade braucht, sei es Mut, Trost oder Hoffnung, dass der Glaube gut für jeden ist, weil er einem einfach das gibt, was man möchte und sich wünscht und man vor allem das bekommt, was man woanders nicht finden kann. So ließ sich auch eine Mitreisende in dieser Woche aus einem plötzlichen Wunsch heraus, der wohl schon länger in ihr geschlummert hat, taufen.

Besonders beeindruckt waren wir von „Yad Vashem“, einer Gedenkstätte, die an die nationalsozialistische Judenvernichtung erinnert. Yad Vashem war beeindruckend und erschreckend zugleich. Wir jungen Menschen haben viele neue Dinge des Holocausts gesehen und gelernt.

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In der „Halle der Namen“, werden die Namen und persönlichen Daten der jüdischen Opfer des nationalsozialistischen Massenmordes gesammelt

Foto: B. Lasdin

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Im "Tal der verlorenen Gemeinden", das zur Gedenkstätte gehört, sind die Namen aller jüdischen Gemeinden mit mehr als 300 Mitgliedern in Stein gehauen, die während des Holocaust ganz oder teilweise ausgelöscht wurden. Dort ist zu sehen, dass vor 1933 auch in Neubrandenburg eine jüdische Gemeinde existiert hat.

Foto: J. Albrecht

Die Besichtigung der Klagemauer in Jerusalem, einer heiligen Stätte des Judentums, werden die Jugendlichen nicht vergessen. „Es gibt Menschen mit einem Herz aus Stein, und es gibt Steine mit einem menschlichen Herz, so wie die Klagemauer“, sagte Reiseleiter Gershon schon 2011 Jugendlichen über die Mauer.

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Das Erlebnis Klagemauer

Foto: J. Albrecht

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Blick zum Nachbarn: Kirche in Jordanien

Foto: J. Albrecht

Vom immer noch in vielen Gebieten vorherrschenden Konflikten bekamen wir zum Glück nicht mehr zu sehen, als die langen Grenzzäune zu den Nachbarländern, die meter hohen Mauern zu palästinischen Autonomie- gebieten und die ständige  Militärpräsenz. Aber das ist natürlich auch ein gutes Zeichen, dass es in vielen Gebieten schon relativ ruhig ist. Uns allen fiel es schwer die Beweggründe des Konfliktes zu verstehen und uns wurde klar, dass eine Positionierung auf eine Seite nicht möglich ist, da sich beide Seiten kaum voneinander unterscheiden. Und auch aus diesem Grund wünschen wir dem Land Israel, mit all seinen Bewohnern und Religionen Frieden und Einheit!

Auf der siebentägigen Reise durch das Land konnten wir aber nicht nur Israel sondern  auch uns selbst untereinander kennen und respektieren lernen. Insgesamt sind alle froh, die Möglichkeit der Reise nach Israel gehabt zu haben. Die Reise wurde von vielen neuen Eindrücken geprägt. Es war sehr schön, aber auch anstrengend. Wir Jugendlichen haben viele Einsichten in das Leben, die Geschichte und die Kultur Israels bekommen und werden uns lange an diese Reise erinnern. Es war eine un- vergessliche Woche. Wir sind begeistert und beeindruckt wieder zurück gekommen. Den Heiligen Geist im Heiligen Land erlebten wir ganz greifbar bei einer Taufe innerhalb der Gruppe. Die Gegensätze zwischen Wüste (Kamelkarawane, Wanderung im Wadi) und Wasser (See Geneza- reth, Oase, Totes Meer, Mittelmeer) waren der besondere Genuss dieser Reise. „So viel wie in dieser Woche habe ich lange nicht gelernt“ sagte eine der Jugendlichen.

Zum Abschluss noch weitere Bilder von der uns sehr bewegenden Reise

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Wanderung am See Genezareth

Foto: privat

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ungewohnt für uns: Kamelreiten

Foto: privat

Genezareth klein

hier sind wir im Arbel Nationalpark und Naturreservat

Foto: privat

Annes Taufe

Foto: privat

Annes Taufe

Der Vorsitzende des Dreikönigsvereins Rainer Prachtl: „Gerade wegen der anhaltenden Extremismus-Debatte wollten wir die Tradition weiterhin mit Leben erfüllen, zumal eine umfassende Völkerverständi- gung vor allem mit Israel in der Satzung unseres überkonfessionellen Vereins festgeschrieben ist. Sich den bedrückenden Wahrheiten unserer Geschichte zu stellen ist unverzichtbar.”

letzte Aktualisierung dieser Seite am 07.01.2016

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